Wielands

Luftbild Wielands

Einwohner

248 (1.1.2017)

OV Kitzler Rupert

Fläche

4,7 km²

Seehöhe

500

Ortsvorsteher

Kitzler Rupert

Chronik KG Wielands

Der genitivische Ortsname geht auf „Wielant“ zurück. Der Ort soll früher Wiellanzdorf geheißen haben. Die Unterscheidung in Unter- und Oberwielands fehlt in älteren Nachrichten. Sie erscheint erstmals 1795 und hat wohl darin ihren Grund, dass beide Ortsteile bis 1848 verschiedenen Landgerichtsbezirken und Grundherrschaften angehörten. Das kleinere Unterwielands gehörte zum Landgericht Weitra und zur Grundherrschaft Engelstein, das größere Oberwielands zum Landgericht Gmünd und zur Grundherrschaft Bürgerspital Weitra. Diese Unterscheidung wurde nach dem Staatsvertrag 1921 mit der Tschechoslowakei amtlich abgeschafft. Seit dieser Zeit gehört auch die KG Ehrendorf, welche seit 1850  zur Gemeinde Wielands gehörte, als Katastralgemeinde zur Gemeinde Dietmanns.

1381 verkaufte Helmel der Jörger von seinem freien Eigen ein Drittel „aus dem Dorf dacz dem Wyelantz“  den Bürgern der Stadt Weitra. 1383 und 1403 verkauften weitere Angehörige der Familie Jörger die restlichen zwei Drittel des Dorfes Oberwielands den Weitraer Bürgern, die mit den Erträgnissen von Oberwielands ihr Bürgerspital großzügig bestifteten. Seit damals gehörte dieser Ortsteil von Wielands bis 1848 zur Spitalsherrschaft, über die die Herrschaft Weitra die Vogtei ausübte. 1795 umfasste Oberwielands 47 Häuser.

In Unterwielands befand sich seit dem Mittelalter ein kleiner Adelssitz, zu dem nur wenige Grundholden im Ort gehörten. Dieser Wehrbau, später „das Schlössel“ genannt, war mit einem kleinadeligen Gefolgsmann der Herrschaft Weitra besetzt und bildete mit Ehrendorf und Wasen eine wehrhafte Verbindung zwischen Gmünd und Weitra. Das kleine Adelsgut mit seinen wenigen Untertanen scheint im Weitraer Urbar von 1499 nicht auf. 1795 hatte Unterwielands 13 Häuser.

Das Rittergut, das zu Beginn des 17. Jahrhunderts an die Rachwein zu Ehrendorf übergegangen war, wurde von diesen 1623 mit Ehrendorf an den Besitzer der Herrschaft Kirchberg am Walde, Ernst Freiherr von Kolonitsch, verkauft. Von diesen Erben kam Unterwielands vorübergehend an die Herrschaft Gmünd, von der sie 1681 Graf Adam Anton Grundemann kaufte und mit seiner Herrschaft Engelstein vereinigte. Das Schlösschen wurde nunmehr dem Verfall überlassen, die Gründe nach und nach an Grundholden verkauft.

Auf Grund der Märzverfassung von 1849 bildeten die Katastralgemeinden Ober- und Unterwielands, Ehrendorf und  das Eichhäusl seit dem Jahre 1850 die Gemeinde Wielands. Die Gemeinde Wielands gehörte zum politischen Bezirk Waidhofen an der Thaya ( seit 1899 politischer Bezirk Gmünd) und zum Gerichtsbezirk Schrems (seit 1909 Gerichtsbezirk Gmünd).

Im Jahre 1886 hatte Wielands 86 Häuser, im Jahre 1921 waren es 274.

Mit dem Bau der Franz-Josefs-Bahn ( Eröffnung am 1. November 1869) und der großen Werkstätte auf den Gründen von Unterwielands und Böhmzeil änderte sich für die Gemeinde Wielands Wesentliches.

Bis zum Jahre 1870 standen auf dem Gebiet von Unterwielands - heute Ceske Velenice - keine Häuser, nur etwas abseits stand der Bauernhof Wolfshof. Auf dem Platz des heutigen Bahnhofes standen eine Ziegelei und ein Fasangarten. Um 1869 entstanden die Siedlungen Böhmzeil und Unterwielands. Die Einwohnerzahl stieg bald auf über 3.000.

Der  1. Weltkrieg änderte die Situation in Unterwielands schlagartig.

Durch den Friedensvertrag von Saint Germain übernahm die Tschechische Republik neben anderen Gebieten auch die Gebiete um den Bahnhof bis zur Lainsitz. Die Angliederung wurde am 31. Juli 1920 vollzogen (Unterwielands). 1921 schied Ehrendorf aus der verbliebenen Gemeinde Wielands aus und schloss sich der Gemeinde Dietmanns an.

Am 8. Oktober 1938 besetzten deutsche Truppen die Stadt und damit auch die meisten Gemeinden der 1920 an die CSR angeschlossenen Gebiete, welche so wieder an Österreich fielen.

Das schreckliche Ende des 2. Weltkrieges bedeutete auch die Wiederherstellung der Grenze von 1920.

Die neue Grenze wurde 1948 von der kommunistisch gewordenen CSSR zum „Eisernen Vorhang“, als Stacheldraht, Minenfelder und Wachttürme das Nachbarland hermetisch abschlossen.

 

1967 Gemeinderatswahl für die Großgemeinde