Geschichtliches

Die Marktgemeinde Großdietmanns
im Überblick

Historischer Teil

Unsere Heimat gehört zu jenen Gebieten, die erst ziemlich spät besiedelt wurden. Während in anderen Gebieten in Niederösterreich bereits ein reges Leben herrschte, schwebte über unserem Gebiet noch die Stille des Urwaldes, der nur selten von einzelnen Wanderern durchquert wurde. Es war der große Nordwald, der unsere Heimat damals bedeckte. In der vor- und frühgeschichtlichen Zeit war unsere Gegend gar nicht oder nur sehr spärlich besiedelt. Zur Zeit der Römerherrschaft in NÖ, südlich der Donau, war unser Gebiet nur ein Durchzugsland für reisende Händler, wie die Funde von Römermünzen im Waldviertel bezeugen. Die planmäßige Besiedelung unserer Heimat setzte erst um das Jahr 1100 ein und ist an das Geschlecht der Kuenringer geknüpft. Vermutlich durch eine Königsschenkung hatten die Kuenringer einen großen Teil des Waldviertels erhalten, den sie von ihrer Stammburg aus, dem heutigen Kühnring bei Eggenburg bewohnbar machten und besiedelten. Von dort drangen sie über Allentsteig und Zwettl bis in unser Gebiet vor. Es wurden von den noch unbesiedelten Gebieten einzelne, besonders geeignete Punkte ausgewählt, die dann zu Stützpunkten für die Kultivierung der weiteren Umgebung wurden. Die anderen von einem solchen Mittelpunkt aus gegründeten Orte blieben dann, wenigstens für längere Zeit, von solchen Ausgangspunkten der Kultur abhängig. Dieser Mittelpunkt war für unsere Gegend Weitra. Dietmanns liegt also im Siedlungsgebiet der Kuenringer. Reicht aber der Ort selbst auch bis auf die Kuenringer zurück? Ein Zweifel ist da wohl ausgeschlossen. In dem Ortsnamen steckt der Personenname Dietmar. Ein Dietmar ist also entweder der Gründer des Ortes oder der Ort ist bei der Gründung nach ihm benannt worden. Die Besiedelung des Gebietes soll um das Jahr 1200 abgeschlossen gewesen sein. Wir können also mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß die Gründung von Dietmanns etwa um das Jahr 1114 anzusetzen sei und daß wir den in diesem Jahr genannten Dietmar von Kühnring als den Gründer des Ortes anzusehen haben.

Dietmanns wurde von Weitra aus gegründet. Und dann deutet es auch auf einstige Abhängigkeit von Weitra, wenn uns im Jahre 1430 berichtet wird, daß auch Dietmanns zur Pfarrkirche in Weitra Dienste leistete. Nach der Gründung von Gmünd, welche wohl bald nach 1179 sein dürfte, wurde Dietmanns zu diesem Gebiete geschlagen, in kirchlicher Beziehung sowohl wie auch grundherrlicher, sodaß Dietmanns neben Eichberg, Hörmanns, Albrechts und Breitensee zur Herrschaft Gmünd gehörte. Was Dietmanns in den verschiedenen Kriegsgreueln gelitten hat, die über unsere Heimat im Laufe der Jahrhunderte hereingebrochen sind, darüber ist uns nichts Genaueres überliefert. Nur spärliche Andeutungen in Form von Sagen liegen vor, die uns wohl mit Recht schließen lassen, daß auch Dietmanns, so wie die meisten Orte in unserer Gegend, in den Hussitenkriegen (1426-1431), im böhmischen (1619/20) und im Schwedenkrieg (1645/46) hart mitgenommen worden ist. So berichtet eine Sage, der Ort Dietmanns sei früher im “Eisengraben” gestanden, aber im Kriege zerstört und dann erst an seiner jetzigen Stelle aufgebaut worden. Im Schwedenkriege ist aber Dietmanns jedenfalls schon an seiner jetzigen Stelle gestanden, denn nach einer anderen Sage hätten die Schweden im Hause Nr. 23 ihre Säbel geschliffen. Obwohl unsere Heimat im Franzosenkrieg nicht selbst Kriegsschauplatz war, so war die wirtschaftliche Lage doch derart, daß es viele Jahre brauchte, um die Schäden dieser Zeit wieder gut zu machen. Die so traurige wirtschaftliche Lage äußerte sich auch in einer Entwertung des Geldes, wie sie nur noch durch die nach dem 1. Weltkrieg erfolgte übertroffen wird. Auch Edelmetall mußte damals abgeliefert werden, wodurch auch die Kirchen ziemlich hart getroffen wurden. So lieferte auch die Pfarre Dietmanns im Jahre 1810 eine silberne Monstranz und je einen Fuß von einem Kelch und einem Speisekelch ab.

Aus dieser Zeit des Franzosenaufenthaltes in Dietmanns stammt wohl auch ein Säbel, der aufbewahrt wird. Der einstige Eigentümer desselben soll hier gestorben sein. Der Säbel dürfte aus dem Besitz eines holländischen Adeligen stammen. Der Überlieferung nach sollen damals mehrere Franzosen in Dietmanns gestorben sein. Doch findet sich im Sterbebuch weder im Jahre 1809, noch im folgenden Jahr ein Sterbefall eines Ausländers verzeichnet, so daß es sich hier wohl mehr um eine Sage handeln dürfte. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges mußten Wagen und Pferde für den Kriegsdienst abgeliefert werden.Im Jahre 1914 kamen die ersten galizianischen Flüchtlinge in Dietmanns an. Sie wurden im damaligen Gashaus Artner unergebracht. Im Jahre 1916 wurden abermals 50 galizianische Flüchtlinge in Dietmanns untergebracht. Es mußte auch jegliches Metall und auch Kartoffeln abgeliefert werden. Es mußten auch die Glocken der Kirche abgeliefert werden. Während des Zweiten Weltkrieges warfen im Jahre 1944 feindliche Flugzeuge in der Nähe des Hörmannser Teiches Bomben ab.

Im Frühjahr 1945 war der Ort ein ganzes Heerlager. Bis zu 2000 Kriegsgefangene waren hier untergebracht. Während des Bombenangriffes am 23. März 1945 auf den Bahnhof Gmünd und auf Gmünd II fielen, weil wohl zu früh gelöst auch einige Bomben auf das Gemeindegebiet von Dietmanns. Am 9. Mai 1945 kamen die ersten russischen Besatzungstruppen in Dietmanns an.

15 Häuser mußten in Dietmanns geräumt werden, die aber nur spärlich belegt wurden. In Wielands wurde der ganze Ort geräumt und italienische Kriegsgefangene einquartiert. In Hörmanns dagegen waren Ungarn einquartiert. Am 21.7.1945 wurde die russischen Besatzungstruppen unerwartet früh abgezogen und es kehrten wieder ruhigere und einigermaßen normale Verhältnisse wieder ein.

 

Allgemeiner Teil

Die Gemeinde Großdietmanns liegt im nordwestlichen Teil des Waldviertels, teilweise im Gmünder Becken, teilweise in einer Waldhügellandschaft in einer Seehöhe zwischen 490 - 610 m. Die Lainsitz, in die mehrere Bäche -  wie der Lembach nahe Eichberg und der Hörmannsbach nahe Dietmanns -  münden, durchfließt das Gemeindegebiet.

Infolge der Kommunalreform der Jahre 1967 und 1971 bilden acht Katastralgemeinden das heutige Gemeindegebiet, welches eine Fläche von 39,928 km²  darstellt. Die Gemeinde hat nach der letzten Volkszählung 2.183 Einwohner.

Grundsätzlich überwiegen die land- und forstwirtschaftlichen Flächen, sodass von einem ländlich geprägten Gebiet gesprochen werden kann. Zahlreiche Gewerbebetriebe sind im Gemeindegebiet ansässig.

Die Gemeinde präsentiert sich heute als Wohlfühl- und Lebensgemeinde, die ihr Hauptaugenmerk auf die Schaffung von Siedlungsgebieten und einigen Betriebsgebieten richtet. Den Gästen stehen mehrere Möglichkeiten der Unterkunft zur Verfügung. Wanderwege sowie Routen für Radfahrer und Mountainbiker im und durch das Gemeindegebiet laden zu Aktivitäten in guter und gesunder Luft ein.

Dietmanns liegt an der Schmalspurbahn, die von Gmünd nach Groß Gerungs führt.

Auf einem bunten Teppich von Äckern, Wiesen und Feldrainen findet sich der ganze Reichtum der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, und das Schutzgebiet entlang der Lainsitz beherbergt Eisvogel, Bachstelze und manch andere seltene Vogelarten.

Die Lainsitz, welche durch das Gemeindegebiet verläuft, ist untrennbar mit dem Leben in unserer Region verbunden.

Die Sternwarte bei Höhenberg ermöglicht den Besuchern in klaren Nächten unvergessliche Blicke in den Sternenhimmel. Weitere Informationen zur Waldviertler Astronomischen Gesellschaft finden Sie unter www.sternwarte-hoehenberg.at/.

Sehenswert sind die Kirchen und Kapellen sowie ein kleines Schlössl in der Katastralgemeinde Ehrendorf.